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Den Mantel des Vergessens ..... ..... sollte man schnell über das vorletzte Saisonspiel des OFC gegen die "Schnüdel" aus Schweinfurt decken. Mit 0:2 (0:0) setzte es eine durchaus verdiente "Heimniederlage" vor knapp 2.500 Unentwegten. Gespielt werden mußte wegen des VfL Bochum bzw. Herbert Grönemeyer am altehrwürdigen, salatüberwucherten Bornheimer Hang, wo normalerweise der traditionsreiche Fußballsportverein um Oberliga-Punkte kickt. Gut 150 Kickers-Nasen hatten erwartungsvoll sogar den kultigen Marsch über Kaiserlei zum Hang auf sich genommen und sahen letztlich nur Schweinfurt ordentlich aufspielen. Man merkte den Mainfranken an, die sich als topmotivierter, clever und bissig agierender Gegner erwiesen, wie dringend sie die Punkte zum jetzt sehr wahrscheinlichen Klassenerhalt benötigten. Jubeln konnte dann am Ende auch nur Grün samt dem sympathischen Trainer Hans-Jürgen Boysen, in Offenbach noch sehr beliebt, während es Rot, bei anderthalb Torchancen in 90 Minuten (bei uns wird tatsächlich selten länger gespielt!), mal wieder versäumte, ein wenig Eigenwerbung in Hinblick auf die großen Pläne der kommenden Saison zu betreiben. Gerade in einem Frankfurter Stadion, in dem sich sicher auch drei Dutzend neutrale oder sogar Kicker-kritische Besucher verirrten, sollte eine OFC-Mannschaft beherzter und couragierter auftreten als am Samstag geschehen. Sehenswert an der gesamten Partie war eigentlich nur der spektakuläre und gefühlvolle Heber Steffen Stockmanns zum 2:0, den freilich der sonst so souveräne Cesar Thier mit einem kapitalen Stellungsfehler entscheidend begünstigte. Auch wenn wir die Mehrzahl der OFC-Akteure, die gegen die Schnüdel auf dem Rasen standen, nächste Saison nicht mehr in den Kickers-Leibchen - zumindest nicht im A-Team - wiedersehen werden, ist die Vorstellung nur als dürftig zu bezeichnen. Man sah erneut, die Mannschaft kann, auch vom Druck befreit, spielerisch einfach nicht mehr bringen, so daß der gesicherte Klassenerhalt als großer Erfolg zu bewerten ist, den man durchaus dem Trainergespann "ankreiden" darf. Ich behaupte einfach einmal, die Mehrzahl der Regionalliga-Coaches wäre mit diesem Personal achselzuckend abgestiegen. Wie wir freilich in drei Tagen mit diesem Notaufgebot - wenn doch wenigstens Petry, Falk und Naciri einsatzfähig wären! - Wehen "vernaschen" wollen, um in den lukrativen DFB-Pokal einzuziehen, entzieht sich momentan meiner Vorstellungskraft. Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis der Schaden behoben ist, den die zahlreichen fußballerisch so ärmlichen Kickers-Vorstellungen beim Anhang verursacht haben. Selbst wenn wir bald eine veränderte, spielstarke Truppe mit dem OFC-Emblem sehen sollten, wird es eine gute Weile dauern, bis der besondere Kickers-"Kick" und die alte, unerschütterliche Euphorie zurückgekommen sein werden und mal wieder 8.000 bis 10.000 erwartungsfrohe Menschen zum "Bersch" pilgern. Hier noch einige Fotos vom ernüchternden Bornheimer Event, die bezeichnenderweise mehr von den Schweinfurtern und ihrer unbändigen Freude zeigen als vom lethargischen OFC: |
Nur die 200 Fans aus Mainfranken sollten am Ende Grund zur Freude haben |

Weder Ramon Berndroth noch die OFC-Ikonen Waldemar Klein und Hermann Nuber mochten sich mit dem anfreunden, was sie von den rotbedreßten "Helden" geboten bekamen |
Konzentrierte Vorbereitung auf unseren "Grottenkick" |
Ein echtes Dorado für den Naturfreund: Das Stadion am Bornheimer Hang |
Nebelschwaden in Rotweiß .... |
Ob Cesar Thier zu diesem Zeitpunkt bereits ahnte, daß er noch einen kapitalen Bock schießen sollte? |
Diese dynamischen Spielszenen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, daß es nicht allzuviel Action am Hang gab und schon gar nicht von unseren Kickers |
Allzuviel Optimismus strahlten unsere Akteure unmittelbar nach dem Pausenpfiff nicht aus |
Auch ein kleiner "Bengalozauber" änderte nichts am tristen Geschehen am Himmel und auf dem Rasen |
Und plötzlich war es passiert: grünweißer Freudentaumel nach dem 1:0 |
Zwar bemühten sich die Kickers in der Folgezeit ein wenig mehr, brachten aber nichts ansehnliches zuwege |
Ausgelassene Freude bei den Siegern nach dem Schlußpfiff in Bornheim |
Es war vollbracht, auch wenn einige Schweinfurter Akteure erst einmal darüber nachdenken mußten, was sich in den zurückliegenden 90 Minuten alles ereignet hatte. Auch Hans-Jürgen Boysen schien eine zentnerschwere Last vom Herzen gefallen zu sein. Zur Ruhe kam Boysen freilich nicht so schnell, da die Fans unablässig nach ihm verlangten. |
Auch beim Auslaufen spürte man noch die Freude der Schweinfurter, während ein gelöster Hans-Jürgen Boysen nun auch gerne für die Kickers-Fans posierte |