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Endlich mal wieder ein Freitagabend-Flutlichtspiel auf dem Berg, das Spaß gemacht hat! Beim 1:0-Sieg gegen den Kraichgauer SAP-Klub TSG-Hoffenheim, trainiert von Ex-Bayern-Profi Hansi Flick, war nämlich Kampf, Leidenschaft und Herzblut zu spüren, was uns in den Wochen zuvor doch bisweilen etwas gefehlt hat. Dies mögen einige Schreiberlinge der Presse so nicht nachvollziehen können, weswegen es auch teilweise unbefriedigende Kommentare gab, die sich an irgendwelchen Fehlpässen oder Querschlägern aufhingen. Und auch der Damm- und Emig-Sender schien einer anderen Partie beigewohnt zu haben. Als OFCler freilich haben wir schon ein besonderes Gespür dafür entwickelt, wann die "richtigen" Kickers auf dem Platz stehen und am Freitagabend gegen eine der besseren Regionalligamannschaften ohne finanzielle Probleme waren es die Kickers, die wir alle sehen wollen und denen man dann gewisse spielerische und taktische Unzulänglichkeiten auch gerne verzeiht. Man nahm den Schwung von Neunkirchen tatsächlich mit und brachte rasch durch ein beherztes Auftreten die 3.500 Zuschauer hinter sich. Dies ist zwar eine dürftige Besucherzahl, jene Fußballfreunde werden aber sicher sämtlich wiederkommen, zumal sich sogar mal wieder so etwas wie das "Feeling Bieberer Berg" einstellte und lange anhaltende Fangesänge schon in der ersten Halbzeit den Stadionsound prägten. Michael Petry hatte die Kickers in der 43. Minute durch einen satten Schuß aus 10 Metern nach Vorarbeit von Nazir Saridogan in Führung geschossen, was aufgrund des engagierten Auftretens gegen die zunächst etwas behäbigen, technisch freilich nicht schlechten Badenser hochverdient war. Mit zunehmender Spieldauer wurde es aber immer schwieriger, den Vorsprung zu verteidigen. Der Gast machte Druck, ohne freilich allzuviel gefährliche Strafraumszenen zu bieten. Allerdings war es schon ein glückliches Ende für die hingebungsvoll fightenden Kickers, zumal Talib in der 87. Minute bloß die Latte getroffen hatte. Andererseits hätten wir in der Schlußphase durch Konter auch noch das 2:0 machen können, vielleicht sogar müssen. Im zweiten Durchgang ist uns schon ein wenig die Luft ausgegangen, aber es war halt das zweite Spiel in drei Tagen und schließlich hatte auch der Dreier in Neunkirchen hart erarbeitet werden müssen. Als der kleinliche Schiedsrichter Sahler endlich nach 94 Minuten abpfiff, waren die meisten Akteure überglücklich aber ziemlich ausgepowert. Warum sich freilich der einen sicheren Eindruck hinterlassende Caesar Thier nach dem Abpfiff mit einem kurzen Gruß verdrückte ohne die Welle mitzumachen, wird wohl vorerst sein Geheimnis bleiben. Am besten gefallen haben mir der so oft zum Sündenbock gestempelte Samir Naciri, der heute auch richtig gut gelaufen ist, Christian Müller, Michael Petry, Oscar Corrochano und Nazir Saridogan, der sich oft erfolgversprechend mit dem Ball "durchgewühlt" hat. Petry hat jetzt immerhin 9 Tore für uns geschossen und heute ein richtig wichtiges. Wenn ich mich noch erinnere, wie gnadenlos ihn manche am Anfang zum Superfehleinkauf stempeln wollten! Er hat noch 9 Gelegenheiten zum Scoren. Am Ende dürfte er gar nicht viel schlechter in Sachen Torausbeute liegen als seinerzeit Patrick Würll. So darf's jedenfalls weitergehen! Ich denke, wir werden mit dem Abstieg nichts mehr wirklich zu tun bekommen, allerdings sollten auch noch die 3 Siege her, um ganz sicher zu gehen. Vielleicht geht sogar - mit dem neuen Selbstbewußtsein im Rücken - in Regensburg etwas, das, wie Wehen gezeigt hat, durchaus verwundbar ist. Ich blicke jedenfalls relativ optimistisch in die nähere Zukunft. Sollten wir demnächst noch die kleinen "Teufel" packen, wird nicht mehr viel Negatives passieren, während die Lilien und erst recht der Mini-VEB schweren Zeiten entgegen gehen, zumal die Schweinfurter Boysen-Truppe im Kommen ist und nochmals richtig angreifen wird. Meine Spielwertung: ***** (eigentlich 4-5, aber da wir die "echten" Kickers gesehen haben, muß ich doch noch etwas höher greifen). Hier noch einige Fotos vom Freitag, den 4. April 2003: |
OFC - TSG Hoffenheim 1:0 (1:0) |
Es geht aufwärts: 7 Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge nach engagierter Leistung |

3500 Zuschauer: spärlich besetzter "Bersch" |
Zunächst waren es 27 Hoffenheimer Fans im Gästeblock, etwas später kamen 9 weitere dazu, so daß der Gast auf die beeindruckende Zahl von 36 Supportern kam. ;-) Das SAP-Team freilich schien äußerst motiviert und wollte unbedingt punkten. |
Michael Petry, der OFC-Akteur, der stets den intensivsten Kontakt zum Rasen pflegt ;-) |
Das alte Flutlichtfeeling stellte sich am Freitag endlich wieder einmal ein |
Die Leiden des jungen Petry (frei nach Goethe) |