Teddy lebt nicht mehr !
Für immer hat er heute in den frühen Morgenstunden die Augen
geschlossen, unser treuer Teddy, ein Hund, wie man ihn nur
einmal im Leben findet!

Am 26. Mai 1986 hatte er als niedlicher, quirliger "blonder" Welpe
zusammen mit zehn Geschwistern in Frankfurt-Seckbach das Licht der
Welt erblickt. Seine Mutter, die anhängliche Mischlingshündin Susi,
hatte sich gut zwei Monate zuvor mit einigen heißblütigen Spitzen
- ja, "spitz" waren die wirklich! - aus der Nachbarschaft eingelassen
und das "Endprodukt" konnte sich sehr wohl sehen lassen. Teddy
war ein wunderschöner, wirklich blonder, halbhoher Hund mit
einem ganz feinen Gesicht und treuen Augen.

Zweimal in seinem Leben wurde der feinfühlige, stets auf eine Person,
der er wahrlich treu ergeben war, fixierte Mischlingshund gezwungen,
seine Bezugsperson zu wechseln. Seine ersten Lebensjahre hatte er
bei einer Kindergärtnerin verbracht, die ihn aber 1989 - sie durfte
keinen Hund mehr halten - meinem Vater zurückgab, auf dessen
"Ranch" am Rande Seckbachs der Rüde einst geboren war. Von da
an wurde er zum Hütehund der kleinen Farm, erledigte seine Aufgabe
mit Eifer und Bravour und sorgte unbestechlich und unnachgiebig auch
dafür, daß die sechs Pferde meines Vaters nicht aus der Reihe tanzten.
Teddy hatte mit diesem Gartengelände sein Reich gefunden und liebte
meinen Vater abgöttisch.

Doch dann plötzlich der große Schock: am 20. Dezember 1997 kam
kein Alfred Roscher, um seinen kleinen Zoo zu versorgen und seinen
Teddy zu begrüßen. Er war völlig unerwartet in den frühen Morgen-
stunden verstorben. Teddy konnte es nicht fassen und wartete und
wartete und wartete ......, doch der "Boß" kam nicht mehr. Noch
Wochen später reagierte der trauernde Hund mit großer Aufregung,
wenn irgendwo in der Nähe ein Moped vorbeiknatterte. Mein Vater
war nämlich stets mit seinem kleinen Vespa-Roller zur "Ranch" im
Nußgarten gefahren.

Es mußte für den seelisch leidenden Teddy eine andere Lösung
gefunden werden. Nach einer Übergangszeit - solange noch Pferde
auf dem Gelände waren blieb Teddy dort und wurde von einer in der
Nähe wohnenden Familie aus dem engen Bekanntenkreis rührend
umsorgt - entschloß sich meine Mutter, den schönen aber einsamen
Hund zu sich nach Hause zu nehmen. Dort bildete er fortan mit dem
leicht cholerischen Yorkshire-(Bull-)Terrier Bubu ein höchst ungleiches
Gespann. Der dritte und letzte große Lebensabschnitt hatte für Teddy
begonnen und er gewöhnte sich noch einmal um.

Meine Mutter wurde zur alleinigen Bezugsperson, der er bis zum
letzten Atemzug seine ganze Treue und Zuneigung schenkte und der
er auch dann noch "dienstbeflissen" überall hin folgte, als seine Beine
in den letzten Lebenswochen immer schwerer wurden. Man sah ihm
immer die Freude im ausdrucksvollen Gesicht an, wenn er mit meiner
Mutter und dem kleinen Wadenbeißer "Gassi" gehen durfte, wobei er
nie eine Leine benötigte und immer treu und brav auf Kurs blieb. Er
war einfach ein pflegeleichter und überaus freundlicher, sympathischer
Zeitgenosse mit einem guten, unverdorbenen Charakter, kurzum eine
Seele von einem Hund.

Nach längerer Krankheit in Verbindung mit Altersschwäche ist er in
den Morgenstunden des 13. Februars 2003 sanft entschlafen. Er lebte
immerhin bald 17 Jahre auf dieser Welt und erreichte somit für einen
Hund - durchschnittliche Lebenserwartung etwas über 11 - ein recht
hohes Alter. Man sagt es normalerweise so leicht dahin, aber er wird
uns wirklich unvergessen bleiben. Bei uns zuhause ist es ohne ihn ein
ganzes Stück leerer geworden, er fehlt uns.

Teddy war nicht irgendein Hund, Teddy war ein ganz besonderer
Hund. Wir hoffen, daß er nunmehr im Himmel wieder glücklich
vereint mit seinem früheren "Chef" Alfred Roscher ist und
fröhlich über bunte Wiesen tollt.
Teddy an "seinem" Garten, aufgenommen im Dezember 1998
Teddy zusammen mit seinem Frauchen und "Kampftöle" Bubu beim
Winterspaziergang am Frankfurter Berg (3. Februar 2001)