Bingenheimer Weißstorchpaar
Die aktuelle
Fotoreportage
Auf dünnem Eis?

"Ich will es einmal wagen, das Eis, es muß doch tragen. Wer weiß?" So
jedenfalls lautet eine Passage aus einem der bekanntesten Werke deutscher
Dichtkunst, nämlich dem "Büblein auf dem Eis" von Friedrich Güll aus dem Jahr
1837. Ich mußte unweigerlich an jenes Gedicht denken, als ich diesen
wagemutigen Radfahrer auf einem Eisfeld in der Nähe des Reichelsheimer
Flugplatzes beobachtete. Trotz Temperaturen deutlich über dem Gefrierpunkt
sind zahlreiche vormals überschwemmte Wiesen der Wetterau derzeit noch
von einer Eisdecke überzogen, die stellenweise erstaunlich gut trägt. Das
Risiko des abgebildeten Kunstradlers hielt sich in Grenzen: im Gegensatz zum
"Büblein", das ja erst im letzten Augenblick gerettet werden konnte, standen
bei der geringen Tiefe keine üblen Konsequenzen zu befürchten. Und dass er
zu Hause Prügel bezogen hätte, wenn er wie der kleine Junge aus dem
Gedicht triefend vor Nässe nach Hause gekommen wäre (
"Das Büblein hat
getropfet, der Vater hat geklopfet es aus zu Haus"
), darf eher bezweifelt
werden.
Foto und Text: Dr. Stephan Roscher (24.01.2003)
Bingenheimer Vorfrühlingsstörche

Endlich ist die heftige Kälte einer angenehmen Grundtemperatur gewichen und
unsere Biorhythmen sind auf Frühling eingestellt. Nicht anders ergeht es auch den
Störchen des Bingenheimer Rieds, die fast schon zum Markenzeichen der Region
geworden sind. Gestern genoß eines der beiden Brutpaare, die längst wieder bei uns
zu Gast sind, sichtlich die angenehme Vorfrühlingssonne auf einer Feldböschung bei
Leidhecken. Die schwarz-weiß-roten Glücksbringer waren wohlgelaunt und ließen sich
nicht zweimal zum Fotoshooting bitten.
Foto und Text: Dr. Stephan Roscher (28.02.2003)
weitere Aufnahmen der
Bingenheimer Störche finden sich hier